Die Chinareise von Bundeskanzler Friedrich Merz Ende Februar hat die bilateralen Geschäftsverbindungen zumindest kurzfristig gestärkt, zugleich aber die strukturellen Hindernisse offengelegt, die deutsche Unternehmen im Chinageschäft und im globalen Wettbewerb mit China belasten.
In Gesprächen mit Staatspräsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang betonte Merz, die Zusammenarbeit vertiefen zu wollen, ohne bestehende Differenzen zu verschweigen. Dazu gehören die Forderungen nach fairen Wettbewerbsbedingungen und einer stärkeren Marktöffnung. Harte Systemformeln, die das Verhältnis unnötig eskalieren könnten, vermied der Kanzler bewusst: So wurde China nicht als „systemischer Rivale“ bezeichnet – ein bewusst moderater Ton im Vergleich zu bisherigen EU-Formulierungen.
Ökonomisch drückt vor allem das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China: 2025 wird es laut Statistischem Bundesamt voraussichtlich rund 89 Mrd. Euro erreichen. Zusammen mit Überkapazitäten in Schlüsselindustrien bleibt dies ein zentraler Streitpunkt bei Verhandlungen über Subventionen, Marktzugang und regulatorische Rahmenbedingungen.
The Answer to Germany’s China Problem: Open Up (The Wire China)
Merz reiste mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation und besuchte neben Peking auch die Technologie-Metropole Hangzhou. Damit sendete er ein deutliches Signal an die Industrie: Deutschland strebt konkrete Praxiskooperationen an, will aber zugleich die Rahmenbedingungen thematisieren.