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Adressatengerecht schreiben: Mit dem Blog Aufmerksamkeit wecken

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Was will der Autor eines Blog-Beitrags? Dass seine Inhalte im Netz gefunden und bei Google am besten gleich auf der ersten Seite und ganz weit oben platziert sind! Dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, hat zwei Grundvoraussetzungen: Gute Schreibe und die Beachtung der SEO-Regeln, also des Search Engine Optimization-Prinzips....Weiterlesen...

Ein kleines Kompendium, Teil 2: Grundregeln beim Schreiben fürs Blog

Neulich fragte mich ein begeisterter Blogger (der einen sehr schönen, lebendigen Schreibstil hat) warum er dauernd Kritik von seinem Blog-System einstecken müsse, es fehle etwas an seinen Texten. „Ja was denn bloß?“ fragte der Berater irritiert. Wir haben uns dann seine Texte gemeinsam angeschaut – und es wurde deutlich, wo der vom System angemahnte „Fehler“ steckte. Ein Blog-System „will“ (gehen wir einfach mal davon aus, dass das System mit uns kommuniziert) „seine“ Texte optimal googletauglich ins virtuelle Universum übersenden. Und dafür braucht es (natürlich und idealerweise) eine gute Schreibe aber eben auch bestimmte suchtechnische Voraussetzungen, damit der „Krake“ Google beim Herumtapsen im virtuellen Universum ausgerechnet auf diesen „Stern“ (also diesen Beitrag) aufmerksam wird, ihn also ertastet. Der Reihe nach.

 

Warum eigentlich ein Blog?

Woher kommt eigentlich der Begriff des Blogs? Das Kunstwort Blog setzt sich zusammen aus dem Log, ursprünglich dem Schiffstagebuch und eben dem Web; ein Blog (also eine, mit offenem Ende, Ansammlung von Beiträgen) ist von seinem Charakter her so vielfältig wie die Menschen, die dieses Blog betreiben; es kann rein privaten Zwecken dienen, es kann vorrangig auf die Vermittlung von Wissensinhalten ausgerichtet sein (so gibt es viele PhilosophieblogsPhilosophieblogs) und es kann Unternehmensinhalte transportieren; an erster Stelle steht immer die Vermittlung interessanter Inhalte und wissenswerten Wissens. Ein Blog dient zwei großen Zielen:

  1. Lesererwartungen bedienen, seien es potentielle Kunden, Kooperationspartner oder einfach interessierte Mitmenschen
  2. Die Aufmerksamkeit von Google zu wecken, um im Google-Ranking emporzusteigen, das sog. SEO sprich Search Engine Optimization (Suchmaschinenoptimierung).

Dies bedeutet im Detail:

    • Lesererwartungen zu bedienen, bedeutet die Berücksichtigung emotionaler und rationaler Komponenten in der Aussendung der Textbotschaft.
    • Zugleich steigert das Schreiben nach den Regeln von Google die Chance, im riesigen World Wide Web gefunden zu werden. Die Google-Suchmaschinen funktionieren wie ein Krake oder Tausendfüßler, der das Netz nach interessanten Begriffen abtastet. Interessante Begriffe sind solche, die von sehr vielen Nutzern gesucht werden.
    • Hier schließt sich der Bogen zwischen den Erwartungen der Leser und der webtauglichen „Schreibe“. Für den Autor des Beitrags bedeutet es die Herausforderung, gute Schreibegute Schreibe mit suchtechnischen Erfordernissen zu kombinieren.

Technikdetails fürs professionelle Blog

Beim webtauglichen Schreiben gibt es (wie bei anderen Plattformen für Schriftsprache auch) formale Richtlinien. Hier sind es Richtlinien, die die Chance, im Netz gefunden zu werden, erhöhen. Hier die wichtigsten Orientierungspunkte:

    • Ein bestimmtes Fokus Keyword, also ein Begriff bzw. ein zentrales Schlüsselwort, der bzw. das auch den Gesamttext charakterisiert (etwa Nachhaltigkeit oder Effizienz oder Globalisierung) und oft gesucht wird, taucht so oft wie möglich im Text auf:
    • in der Titelzeile
    • in der Unterzeile, falls es eine solche gibt im Blog-Design – eine Unterzeile ist aber ratsam zur Erhöhung des Google - Sucherfolgs
    • im Vorspann, der ebenfalls sinnvoll ist, schon allein aus inhaltlichen Gründen, um für den Leser gleich hier die Intention des Beitrags so zusammenzufassen, dass er Lust hat weiterzulesen
    • im Fließtext
    • optimal in Zwischenzeilen
    • als auch top-optimal in einer Bildunterschrift und
    • als Clou möglichst im letzten Satz des Beitrags, denn den „tastet“ der „Krake“ Google nochmals besonders sorgfältig ab.

Kleine Übung für den geneigten Leser: Welches Fokus Keyword nutzt die Autorin in diesem Text?
Das Fokus Keyword wird im sog. Backend, (also dem, für den Leser nicht sichtbaren „Hinterzimmer“ des Blogs, wo die Texte gefertigt werden) in das auch so bezeichnete Feld „Fokus Keyword“ eingegeben. Je öfter dieses auftaucht, umso mehr lobt bspw. der (meistgenutzte) Blog-Provider Wordpress den Ersteller des Blog-Artikels.

Tipp: Vielfalt macht das Blog interessant

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis. Nicht selten herrscht das Missverständnis, wenn in einem Blog in möglichst vielen Beiträgen immer wieder dasselbe Fokus Keyword auftauche, dann sei das positiv zum Gefundenwerden – im Gegenteil! Das mag Google gar nicht, denn dann entsteht beim digitalen Kraken der Verdacht, da wolle jemand nicht über interessante Inhalte, sondern mittels kleiner Tricksereien Beachtung im Netz finden. Für jedes neu ersonnene Fokus Keyword pro Beitrag lobt das Blog-System seinen Bediener ausdrücklich.

    • Ebenfalls sollte der Ersteller eines Blog-Artikels an die sog. Tags denken, dies sind Schlagwörter, die die wichtigsten Begriffe in einem Text spiegeln. In einem Beitrag über UnternehmernachfolgeUnternehmernachfolge (wie sie unser VBU-Kollege Bernd Friedrich als Experte begleitet) könnten bspw. Begriffe auftauchen wie Übergabemodalitäten, LebenswerkLebenswerk (der Schwerpunkt unseres VBU-Kollegen Georg Wilhelm Moeller bei der Unternehmernachfolge) etc. Alle solchen Begriffe (es sollten maximal acht Begriffe sein) werden in die Spalte „Tags“ oder „Schlagworte“ im sog. Backend eingeben. Im sichtbaren Artikel tauchen diese Begriffe dann entweder gleich am Textanfang oder am Schluss des Textes auf – das hängt vom Blog-Design ab.
    • Zum dritten gibt es das sog. „Snippet“ (den Schnipsel) für den Anreißertext, den der potentielle Leser findet, wenn er über einen bestimmten Suchbegriff bei Google auf den fraglichen Blog-Beitrag gestoßen ist. Hier gibt der Autor eine von der Zeichenzahl sehr begrenzte Schlagzeile und eine (in Twitterlänge) kurze Übersicht über den Gesamtartikel ein. Auch in dieser Titelzeile und in diesem Mini-Exposé sollte sich jeweils das Fokus Keyword wiederfinden. Kleiner Tipp: Titelzeile und Anreißertext im „Snippet“ sollten möglichst etwas anders getextet sein als der Originaltitel und der Originaleinstieg in den Text: knapp, präzise, aussagekräftig – also in der Art wie Kurznachrichten im Newsticker.
    • Die Länge eines Blog-Beitrags sollte im Idealfall zwischen 3500 bis 5000 Zeichen inkl. Leerzeichen haben, was bei einer Schrift Arial, 11 Punkt, Zeilenabstand 1,5 einer bis knapp anderthalb Seiten DINA4 entspricht.
    • Bilder und Tabellen steigern noch die Finderquote im Netz.
    • Links zu interessanten und natürlich vor allem sinnvollen (!) externen Links erhöhen ebenfalls die Finderquote, denn Google liebt Vernetzungen – und „belohnt“ die Bereitschaft des Schreibenden, auf andere Veröffentlichungen im Netz zu verweisen. Aber auch Links innerhalb eines Blogs, also Querverweise auf andere Beiträge in diesem Blog, die bestimmte Aspekte des aktuellen Beitrags aufgreifen, sind googlefreundlich.

Zuviel Wissen verraten im Blog?

Oft wird mit Sorge angemerkt (gerade Unternehmensberater sind hier nicht selten übervorsichtig), dass es womöglich sogar schädigend für das eigene Business sein könne, zu viel Wissen frank und frei der Öffentlichkeit zu verraten, für das der Berater sonst bezahlt würde. Blogs von Beratern, die genau dies tun, nämlich für den Leser wirklich wertvolles Wissen gratis zur Verfügung zu stellen (wie etwa das Blog „karrierebibelkarrierebibel“ vom ehemaligen Wirtschaftswoche-Redakteur und Social Media Berater Jochen Mai), treten den Gegenbeweis an: Durch das profunde Wissen wächst beim Leser das Vertrauen in die Kompetenz des Beraters. Wenn der Leser und potentielle Kunde dann ein Problem hat, das er auch mit dem bereits zur Verfügung gestellten Blog-Wissen des Beraters nicht selbst lösen kann, wird er genau diesen Experten ansprechen und um seine Dienste bitten.

Die Serie "Adressatengerecht schreiben": Teil 1 TextkompetenzTeil 1 Textkompetenz


Katharina DanielsKatharina Daniels (VBU-Bundespartnerin) ist von Haus aus Journalistin (Zeitungs- und Onlineredakteurin) und arbeitet seit vielen Jahren als Kommunikationsberaterin für Geschäftsführungen, Vorstände und Einzelunternehmer.

Weitere Teile der Serie:
Teil 1: Textkompetenz lernenTextkompetenz lernenTeil 3: Social Networks sinnvoll bespielen

 

Adressatengerecht schreiben: Social Networks und i...
Adressatengerecht schreiben: Textkompetenz lernen
 

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