In vielen Unternehmen werden Einarbeitung und Austritt getrennt behandelt. Beim Einstieg soll der Mitarbeitende schnell selbstständig arbeiten. Beim Austritt stehen meist Formalitäten im Vordergrund. Oft wird verpasst, das Wissen des Ausscheidenden für die Nachfolgenden zu sichern und nutzbar zu machen. Gerade in der Produktion kostet diese Trennung Zeit, Kapazität und Produktivität.
Die Folgen dieser getrennten Betrachtung zeigen sich in der Produktion meist erst im laufenden Betrieb. Wenn erfahrene Fachkräfte ausscheiden und neue Mitarbeitende eingearbeitet werden müssen, ist oft unklar, welche Erfahrungswerte, Entscheidungskriterien und bewährten Lösungen die langjährigen Mitarbeitenden im Produktionsalltag genutzt haben.
Genau hier entsteht eine Lücke. Das Wissen, das für den erfahrenen Produktionsmitarbeitenden selbstverständlich war und wahrscheinlich nur in seinem Kopf existierte, ist für die nachfolgenden Mitarbeitenden nicht mehr verfügbar. Sie müssen es sich im laufenden Tagesgeschäft selbst aneignen. Zusätzlich vermitteln das Team und die Führungskraft die fehlenden Kenntnisse. Das setzt allerdings voraus, dass dieses spezielle Wissen überhaupt weitergegeben werden kann. Gerade bei implizitem Wissen reicht eine rein verbale oder schriftliche Weitergabe häufig nicht aus.
Die Folge: Neue Mitarbeitende brauchen länger, bis sie selbstständig ihrer Aufgabe nachgehen können, während Kollegen und Führungskräfte zusätzlich als Wissensgebende gebunden sind und das zu Kapazitätsengpässen führen kann.