Fachwissen für den Mittelstand

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Zeitverluste in Projekten: der unterschätzte Faktor Mensch

Bauunternehmen suchen nach Wegen, knappe Kapazitäten besser zu nutzen: Prozesse werden optimiert, neue Tools eingeführt, KI soll entlasten. Und trotzdem geht in Projekten nach wie vor wertvolle Zeit verloren. Ein Aspekt bleibt bei der Suche nach den Ursachen häufig unter dem Radar: der Faktor Mensch.

 

Zeitverluste werden oft erst sichtbar, wenn sie bereits Geld kosten

 

Eine Terminabweichung ist sichtbar. Nacharbeit lässt sich beziffern. Zusätzlicher Aufwand schlägt sich irgendwann in den Kosten nieder. Doch was hat dazu geführt?

Häufig beginnt der Zeitverlust lange vorher: Eine Information wurde anders verstanden als gemeint. Eine Entscheidung verzögerte sich, weil an anderer Stelle noch Unklarheiten herrschten. Zuständigkeiten waren formal geregelt, wurden in der Praxis aber nicht entsprechend umgesetzt. Eine Rückfrage löste die nächste aus. Eine Besprechung musste mehrfach wiederholt werden. Fehler oder Missverständnisse führten zu Nacharbeit.



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Verlust von Produktionswissen stoppen: Warum Einarbeitung bereits beim Austritt beginnt

In vielen Unternehmen werden Einarbeitung und Austritt getrennt behandelt. Beim Einstieg soll der Mitarbeitende schnell selbstständig arbeiten. Beim Austritt stehen meist Formalitäten im Vordergrund. Oft wird verpasst, das Wissen des Ausscheidenden für die Nachfolgenden zu sichern und nutzbar zu machen. Gerade in der Produktion kostet diese Trennung Zeit, Kapazität und Produktivität.

Die Folgen dieser getrennten Betrachtung zeigen sich in der Produktion meist erst im laufenden Betrieb. Wenn erfahrene Fachkräfte ausscheiden und neue Mitarbeitende eingearbeitet werden müssen, ist oft unklar, welche Erfahrungswerte, Entscheidungskriterien und bewährten Lösungen die langjährigen Mitarbeitenden im Produktionsalltag genutzt haben.

Genau hier entsteht eine Lücke. Das Wissen, das für den erfahrenen Produktionsmitarbeitenden selbstverständlich war und wahrscheinlich nur in seinem Kopf existierte, ist für die nachfolgenden Mitarbeitenden nicht mehr verfügbar. Sie müssen es sich im laufenden Tagesgeschäft selbst aneignen. Zusätzlich vermitteln das Team und die Führungskraft die fehlenden Kenntnisse. Das setzt allerdings voraus, dass dieses spezielle Wissen überhaupt weitergegeben werden kann. Gerade bei implizitem Wissen reicht eine rein verbale oder schriftliche Weitergabe häufig nicht aus.

Die Folge: Neue Mitarbeitende brauchen länger, bis sie selbstständig ihrer Aufgabe nachgehen können, während Kollegen und Führungskräfte zusätzlich als Wissensgebende gebunden sind und das zu Kapazitätsengpässen führen kann.

Der Verlust von Produktionswissen entsteht nicht erst beim Austritt. Er beginnt bereits dann, wenn kritisches Erfahrungswissen dauerhaft an eine einzelne Person gebunden ist.



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