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Nach Dark Net jetzt auch Dark Rating

Bild:Pixabay

Unter dem Begriff „Dark Net“ kennen die meisten Leser den verborgenen, meist kriminellen Teil des Internet. Dark Rating, auch Dunkelrating genannt, hört sich aber ebenfalls geheimnisvoll an – letztendlich hat diese Form von Rating auch etwas Mysteriöses. Passiert dabei etwas Kriminelles, vor dem die Unternehmen sich schützen müssen? Kriminell ist Dark Rating bzw. Dunkelrating nicht, aber die Unternehmen sollten wissen, wie sie sich vor dieser Rating-Variante schützen müssen.

Rating und Dark Rating – was ist der Unterschied?

Das Ziel von Rating und Dark Rating ist das gleiche. Beide versuchen die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, mit der ein Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate “ausfällt“, sprich zahlungsunfähig wird. Damit verbunden ist die Rating-Note, die mit jedem Rating vergeben wird. Der Unterschied zwischen Rating und Dark Rating liegt in der Vorgehensweise und dies kann leider fatale Konsequenzen haben. Letztendlich entscheidet die Ratingnote über die Kreditvergabe und die damit verbundenen Kreditzinsen.

Wer sind die Täter beim Dark Rating?

Ausnahmsweise scheiden die Banken als Täter diesmal aus. Die Banken versuchen mit Hilfe von eigenen umfangreichen und bankenindividuellen Ratingsystemen eine umfassende Unternehmensbeurteilung zu erstellen.

Das Dark Rating wird durchgeführt von den sogenannten Auskunfteien wie

  • Creditreform
  • Coface
  • Credit Safe
  • Bürgel
  • Euler Hermes
  • SCHUFA

Sie kennen Auskunfteien als nützliche und hilfreiche Organisationen? Dies mag richtig sein. Sicher ist aber auch, dass diese „Täter“ einen schwunghaften Handel mit Unternehmensinformationen und –beurteilungen betreiben.

Was ist also Dark Rating?

Im Rahmen des Dark bzw. Dunkel-Ratings werden mithilfe der IT vollautomatisch Bonitätsurteile generiert. Diese Bonitätsurteile basieren auf gekauften Unternehmensdaten. Dabei entfällt eine Qualitätssicherung fast vollständig. GuV-Daten liegen für die kleineren Unternehmen meist nicht vor, da sie nicht verfügbar sind. Gleiches gilt für den Anhang. Einen Lagebericht brauchen kleinere Unternehmen sowieso nicht zu erstellen.

Die Ratingergebnisse werden oftmals ohne aufwendige Plausibilitätsprüfung erstellt. Das Dark Rating fußt also auf äußerst fragilen Daten. In der Konsequenz führt dies dazu, dass die Ausfallwahrscheinlichkeiten der verschiedenen Täter stark voneinander abweichen.

In einem vorliegenden Projekt haben die verschiedenen Auskunfteien eine Auswahlwahrscheinlichkeit von 0,12 % im besten Fall und 0,75 % im schlechtesten Fall berechnet. Bezogen auf den bekannten Standard der Ratingagentur „Standard & Poor’s“ bedeutet dies eine Ratingnote zwischen BBB+ und BB+. Die Ratingnote variiert also um vier Ratingklassen. Während die ersten drei Ratingklassen noch dem sogenannten Investment Grade zugerechnet werden, gehört die Ratingklasse BB+ nicht mehr dazu und die Luft für zumindest attraktive Kredite wird bereits deutlich dünner.

Wer sind nun die Opfer des Dark Ratings?

In erster Linie sind die Unternehmen selbst die Opfer. Sie müssen mit den Ergebnissen des Dark bzw. Dunkelratings leben. Aber auch Banken, Geschäftspartner wie z. B. Lieferanten leiden unter dieser automatisierten Form des Ratings. Ja, auch Banken greifen auf Rating-Ergebnisse von Organisationen wie SCHUFA, Creditreform etc. zurück. Dies gilt insbesondere für kleinere Kredite bis 50.000 €, bei denen sich auch Banken auf das Urteil von Auskunfteien verlassen. Das Gleiche gilt häufig für Leasinggesellschaften, die zur Bonitätsbeurteilung auf Auskunfteien zurückgreifen. Zudem greifen Lieferanten traditionell auf Bonitätsauskünfte von Auskunfteien zurück und gestalten danach ihre Zahlungsbedingungen.

Was können die Opfer tun?

Als erstes sollten Unternehmen einige auch im normalen Rating „tödliche Faktoren“ unbedingt vermeiden. Dazu gehören

  • negatives Kapital (auch wenn der Steuerberater dies für vorteilhaft hält)
  • Verluste (welcher Kapitalgeber/welche Bank investiert gern in ein solches Unternehmen)
  • verspätete Veröffentlichung der Bilanzdaten (Rechnungswesen und Controlling sind dann meist schwach ausgeprägt)
  • Mahnbescheide von Lieferanten

Engagieren Sie einen spezialisierten Berater. Der Berater hilft Ihnen bei der Einholung von Selbstauskünften, analysiert ihre Geschäftszahlen und erstellt letztendlich einen Maßnahmenplan zur Optimierung ihrer Rating-Beurteilung. Die Hinzuziehung empfiehlt sich im Übrigen auch zur Vorbereitung auf den jährlichen Ratingprozess mit Ihrer Bank.

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